PROJEKTE

Projektbezeichnung:

Info-Kampagne in Westafrika

1. Ausgangssituation/Problemanalyse

Durch die problematische wirtschaftliche Situation im Senegal, in Mauretanien und Gambia entsteht Hoffnungslosigkeit: es gibt wenig Aussicht, im Heimatland Arbeit zu finden und mangelnde Zukunftsperspektiven führen zu familiären und gesellschaftlichen Problemen. Dies führt dazu, dass die Auswanderung nach Europa stark ansteigt. Die daraus entstehenden Folgen sind auf der einen Seite ein Mangel an jungen Menschen, welche die eigenen Ressourcen und Potentiale im eigene Land nutzen. Auf der anderen Seite finden sich jene, die nach Europa emigriert sind, oft in einer extrem unbefriedigenden und ebenfalls hoffnungslosen Situation wieder. Viele der ausgewanderten jungen Menschen wissen nicht ausreichend über die Migration- und Asylpolitik der europäischen Staaten bescheid. Noch immer gibt es den Glauben, dass in Europa schnell und einfach viel Geld erworben werden kann. Diese verzerrten Vorstellungen von Europa schüren Erwartungen, die in den seltensten Fällen erfüllt werden.

“Ohne Verheißung wandert keiner aus. In früheren Zeiten war Sage und Gerücht die Medien der Hoffnung. Das gelobte Land, das glückliche Arabien, das sagenhafte Atlantis, El Dorado, die Neue Welt: das waren die magischen Erzählungen, die viele zum Aufbruch motivierten. Heute sind es hochfrequente Bilder, die der globale Medienverbund bis in das letzte Dorf der armen Welt trägt. Ihr Realitätsgehalt ist noch geringer als der von Wundersagen aus der beginnenden Neuzeit; unvergleichlich mächtiger.
Besonders die Werbung, die in ihren reichen Ursprungsländern mühelos als Zeichensystem ohne realen Referenten begriffen wird, gilt in der Zweiten und Dritten Welt als zuverlässige Beschreibung einer möglichen Lebensweise. Sie bestimmt zu einem guten Teil den Horizont der Erwartungen, die sich mit der Migration verbinden.” (H. M. Enzensberger, “Die große Wanderung” Frankfurt a. Main, 1994, S.22f)

 

2. Projektpartner und Zielgruppe

2.1. Zielgruppe

Jugendliche WestafrikanerInnen im Alter von 16 bis 35 Jahre, die ihre einzige Chance in der Auswanderung sehen. Sie sollen fundierte Informationen über den Migrationsprozess und die damit verbundenen Schwierigkeiten erhalten und gleichzeitig dazu angeregt werden, Möglichkeiten im eigenen Land wahrzunehmen.

2.2. Projektpartner

Lokale Organisationen (NGOs und Organisationen von Jugendlichen)

3. Ziele:

3.1. Oberziel

Verbesserung der Situation junger Menschen in Westafrika und Steigerung ihres Selbstbewusstseins durch neue Perspektiven.

3.2. Projektziel

Verlässliche Informationen über mögliche Problematiken, die Migration mit sich bringen kann – nicht zuletzt, um das verzerrte Europa Bild zu verändern und dem Missbrauch entgegenzuwirken, den schlepperartige Organisationen mit der “Verheißung”, den Erwartungen und der Hoffnungslosigkeit der Menschen begehen.

4. Aktivitäten

Verlässliche Informationen über Ablauf und Hürden des Asylwerbeprozesses – nicht zuletzt, um das verzerrte Europa Bild zu verändern und dem Missbrauch entgegenzuwirken, den schlepperartige Organisationen mit der “Verheißung”, den Erwartungen und der Hoffnungslosigkeit der Menschen begehen.

 

Kampagnen in Westafrika

Die Informationskampagne über die Problematik der Migration, soll sich auf folgende zwei Schwerpunkte konzentrieren:

 

Einerseits entzieht (der Zwang zur) Emigration dem Herkunftsland wichtiges Potential (brain drain), andererseits verläuft der Aufnahmeprozess im Ankunftsland oft unbefriedigend und führt zu keiner Verbesserung, sondern in eine ähnlich aussichtlose Situation, die den Erwartungen nicht entspricht.

 

Die Informationen über die zu erwartende Schwierigkeiten im Aufnahmeland sind nur dann sinnvoll, wenn sie mit motivierenden Anregungen, dem Kreislauf zu entkommen, gekoppelt werden.

 

Die von der westlichen Welt durch Medien und Werbung geweckten Erwartungen in Bezug auf die europäischen Länder sollen auf ähnlichem Wege medial relativiert und stattdessen auf Möglichkeiten im eigenen Land gelenkt werden. Das heißt konkret, dass lokale Organisationen (NGOs) in Westafrika Informationskampagnen durchführen, die mittels diverser Veranstaltungen (z.B. Kulturveranstaltungen, Sportveranstaltungen,…..) und Medienpräsenz neue Sichtweisen anregen sollen. Durch möglichst vielseitige Veranstaltungen kann ein hoher Prozentsatz der jugendlichen Zielgruppe erreicht werden.

 

5. Erwartete Resultate

  • Aufklärungsrate der Kampagne
  • Vernetzung mit lokalen Organisationen und Institutionen
  • Die Zielgruppe hat eine realistischere Einschätzung der Chancen
    in Europa
  • Verringerung der Abwanderung